252 € mehr im Monat von Pflegegrad 2 auf 3 – so beantragen Sie einen höheren Pflegegrad
Veröffentlicht am 8. Oktober 2026 · Sonnenstrahlen Pflege, Berlin
Von Pflegegrad 2 auf 3 steigt das Pflegegeld um 252 € im Monat, das Budget für einen Pflegedienst um 701 €. Einen höheren Pflegegrad bekommen Sie über einen Antrag auf Höherstufung bei der Pflegekasse – ein Anruf genügt. Danach begutachtet der Medizinische Dienst neu, und der höhere Betrag gilt rückwirkend ab dem Monat des Antrags.
Wann lohnt ein Antrag auf einen höheren Pflegegrad?
Immer dann, wenn deutlich mehr Hilfe nötig ist als bei der letzten Begutachtung. Typische Anlässe:
- ein Sturz, ein Krankenhausaufenthalt oder eine Operation mit bleibenden Folgen
- eine fortschreitende Demenz: mehr Erinnern, mehr Aufsicht, Unruhe in der Nacht
- neue Behandlungen zu Hause, etwa Insulin, Verbandwechsel oder ein Stoma
- Angehörige kommen an ihre Grenzen, weil mehr Einsätze am Tag nötig sind
Ob die Punkte für den nächsten Grad reichen, schätzt unser Pflegegrad-Rechner vorab ein. Die Grenzen: 27 Punkte für Pflegegrad 2, 47,5 für Pflegegrad 3, 70 für Pflegegrad 4 und 90 für Pflegegrad 5.
Wie läuft die Höherstufung ab?
- Antrag: Anruf oder kurzes Schreiben an die Pflegekasse – „Ich beantrage die Höherstufung meines Pflegegrades.“ Notieren Sie das Datum.
- Begutachtung: Der Medizinische Dienst kommt erneut nach Hause und bewertet alle sechs Module neu.
- Bescheid: Die Kasse muss innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, sonst zahlt sie 70 € je angefangener Woche Verspätung.
- Nachzahlung: Der höhere Betrag gilt ab dem Antragsmonat und wird für die Zeit bis zum Bescheid nachgezahlt.
Ist der Bescheid zu niedrig, haben Sie einen Monat Zeit für den Widerspruch.
Wie bereiten Sie die erneute Begutachtung vor?
- Pflegetagebuch: ein bis zwei Wochen lang notieren, wobei geholfen wird, wie oft und wie lange – auch nachts
- Veränderungen benennen: Was geht heute nicht mehr, was vor einem Jahr noch ging?
- Unterlagen: neue Arztbriefe, Entlassberichte, Medikationsplan, Verordnungen und die Dokumentation des Pflegedienstes
- Dabei sein: Eine Angehörige oder die Pflegefachkraft ergänzt, was die pflegebedürftige Person beschönigt.
Wie viel mehr Geld bringt jeder höhere Pflegegrad?
- Von Pflegegrad 1 auf 2: erstmals Pflegegeld, 347 € im Monat, oder bis zu 796 € für einen Pflegedienst
- Von Pflegegrad 2 auf 3: 252 € mehr Pflegegeld, 701 € mehr Sachleistungen
- Von Pflegegrad 3 auf 4: 201 € mehr Pflegegeld, 362 € mehr Sachleistungen
- Von Pflegegrad 4 auf 5: 190 € mehr Pflegegeld, 440 € mehr Sachleistungen
Kann der Pflegegrad bei der Höherstufung auch sinken?
Möglich ist es, denn die Begutachtung bewertet den ganzen Menschen neu, nicht nur das, was schlechter geworden ist. Hat sich der Bedarf wirklich erhöht, kommt das aber selten vor. Wer 2017 aus einer alten Pflegestufe übergeleitet wurde, hat Besitzstandsschutz und fällt nicht unter den übergeleiteten Grad.
Häufige Fragen
Wie viel mehr Geld gibt es von Pflegegrad 2 auf 3?
Beim Pflegegeld 252 € im Monat (599 € statt 347 €), bei den Sachleistungen für einen Pflegedienst 701 € (1.497 € statt 796 €).
Wie oft darf ich eine Höherstufung beantragen?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Sinnvoll ist der Antrag, wenn sich der Bedarf spürbar verändert hat – sonst bestätigt die Begutachtung nur den bisherigen Grad.
Gilt der höhere Pflegegrad rückwirkend?
Ja, ab dem Monat, in dem der Antrag bei der Kasse eingegangen ist. Die Differenz für die Monate bis zum Bescheid zahlt die Kasse nach.
So helfen wir Ihnen weiter
Ihr Angehöriger braucht mehr Hilfe als bei der letzten Begutachtung? Rufen Sie uns an unter 030 64828209 oder nutzen Sie das Formular auf sonnenstrahlen-pflege.de. Wir bereiten die Höherstufung kostenlos mit Ihnen vor und melden uns noch am selben Werktag.
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