15 % der Punkte hängen an Gedächtnis und Verhalten – welcher Pflegegrad bei Demenz gilt
Veröffentlicht am 8. Oktober 2026 · Sonnenstrahlen Pflege, Berlin
Einen festen Pflegegrad für Demenz gibt es nicht – entscheidend ist, wie selbstständig der Mensch noch ist. Gedächtnis, Orientierung und Verhalten zählen in der Begutachtung mit 15 % der Punkte, die Selbstversorgung mit 40 %. Bei beginnender Demenz reicht es oft für Pflegegrad 1 oder 2, im weiteren Verlauf für Pflegegrad 3 bis 5. Wer bis 2016 eine Pflegestufe mit eingeschränkter Alltagskompetenz hatte, wurde 2017 zwei Stufen höher übergeleitet.
Welcher Pflegegrad bei Demenz?
Der Medizinische Dienst bewertet sechs Module. Bei Demenz sind meist mehrere betroffen:
- Modul 2, geistige und kommunikative Fähigkeiten: Erkennt die Person Angehörige, findet sie sich zurecht, versteht sie Gesagtes, trifft sie Entscheidungen?
- Modul 3, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: nächtliche Unruhe, Weglaufen, Abwehr bei der Pflege, Ängste, Wahnvorstellungen
- Modul 4, Selbstversorgung: Wer sich noch waschen kann, aber dazu angeleitet oder beaufsichtigt werden muss, gilt nicht als selbstständig.
- Modul 6, Gestaltung des Tages: den Tag planen, sich beschäftigen, Kontakte halten
Aus Modul 2 und Modul 3 zählt nur das höhere Ergebnis, mit bis zu 15 gewichteten Punkten. Die meisten Punkte bringt aber die Selbstversorgung: Bis zu 40 sind dort möglich.
Wie viele Punkte braucht man für welchen Pflegegrad?
- Pflegegrad 1: ab 12,5 Punkten – kein Pflegegeld, aber 131 € Entlastungsbetrag im Monat
- Pflegegrad 2: ab 27 Punkten – 347 € Pflegegeld
- Pflegegrad 3: ab 47,5 Punkten – 599 €
- Pflegegrad 4: ab 70 Punkten – 800 €
- Pflegegrad 5: ab 90 Punkten – 990 €
Ein Beispiel bei mittlerer Demenz: Erhebliche Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten (7,5 Punkte), schwere bei der Selbstversorgung (30), geringe beim Umgang mit Therapien (5), erhebliche bei der Tagesgestaltung (7,5) und geringe bei der Mobilität (2,5) ergeben 52,5 Punkte – Pflegegrad 3. Unser Pflegegrad-Rechner rechnet Ihre Situation durch.
Wie gelingt die Begutachtung bei Demenz?
Menschen mit Demenz zeigen sich beim Termin oft von ihrer besten Seite und sagen, sie kämen allein zurecht. Diese Fassade kostet Punkte. Deshalb:
- Dabei sein: Eine vertraute Person sollte beim Termin anwesend sein und ergänzen.
- Pflegetagebuch: ein bis zwei Wochen festhalten, wobei angeleitet, erinnert oder beaufsichtigt werden muss – auch nachts.
- Konkrete Beispiele: „Sie hat letzte Woche zweimal den Herd angelassen“ wiegt mehr als „sie ist vergesslich“.
- Unterlagen: Befund der Neurologie oder Gedächtnisambulanz, Medikationsplan, Berichte des Pflegedienstes
- Unter vier Augen ergänzen: Was vor der betroffenen Person schwer zu sagen ist, kann man der Gutachterin kurz allein erzählen.
Häufige Fragen
Gibt es bei Demenz automatisch Pflegegrad 2?
Nein. Die Diagnose allein bringt keinen Pflegegrad. Wer aber regelmäßig Anleitung, Erinnerung oder Aufsicht braucht, sammelt schnell Punkte in mehreren Modulen.
Was wurde aus den alten Pflegestufen bei Demenz?
Pflegestufe 0 mit eingeschränkter Alltagskompetenz wurde 2017 Pflegegrad 2, Pflegestufe 1 wurde Pflegegrad 3, Pflegestufe 2 wurde Pflegegrad 4 und Pflegestufe 3 wurde Pflegegrad 5. Eine Pflegestufe 4 gab es nie.
Was hilft Angehörigen bei Demenz finanziell?
Neben dem Pflegegeld vor allem der Entlastungsbetrag von 131 € im Monat für Betreuung, die Tagespflege mit eigenem Budget und bis zu 3.539 € im Jahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.
So helfen wir Ihnen weiter
Ihr Angehöriger hat Demenz, und die Begutachtung steht an? Rufen Sie uns an unter 030 64828209 oder nutzen Sie das Formular auf sonnenstrahlen-pflege.de. Wir bereiten den Termin kostenlos mit Ihnen vor und melden uns noch am selben Werktag.
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