Nach 2 Wochen ohne Heilung in die Praxis – so wird ein offenes Bein (Ulcus cruris) zu Hause versorgt
Veröffentlicht am 23. Oktober 2026 · Sonnenstrahlen Pflege, Berlin
Ein Ulcus cruris, das offene Bein, ist eine Wunde am Unterschenkel, die nicht heilt. Ist sie nicht durch eine Verletzung entstanden oder nach 2 Wochen nicht verheilt, gehört sie in die Arztpraxis. Kommt sie von kranken Venen (Ulcus cruris venosum), braucht sie neben dem Wundverband eine Kompression, solange nichts dagegen spricht. Beides kann die Praxis als häusliche Krankenpflege verordnen; Sie zahlen 10 % an den ersten 28 Tagen im Jahr und 10 € je Verordnung.
Was ist ein Ulcus cruris?
„Ulcus“ ist Latein für Geschwür, „cruris“ heißt „des Unterschenkels“. Gemeint ist eine offene Stelle am Unterschenkel. Nach der Ursache unterscheidet die Praxis:
- Ulcus cruris venosum: Die Venen bringen das Blut nicht mehr gut zum Herzen zurück, zum Beispiel bei Krampfadern (varikös) oder nach einer Thrombose. Das Blut staut sich, die Haut wird schlecht versorgt.
- Ulcus cruris arteriosum: Die Arterien bringen zu wenig Blut ins Bein, bei einer Durchblutungsstörung (pAVK).
- Ulcus cruris mixtum: Venen und Arterien sind beide beteiligt.
Die Ursache entscheidet über die Behandlung. Kompression hilft bei kranken Venen, ist bei einer pAVK aber ungeeignet und kann die Beschwerden verstärken. Deshalb klärt die Praxis die Durchblutung, bevor sie Kompression verordnet.
Wann muss ein offenes Bein zum Arzt?
- Bald: jede Wunde am Unterschenkel, die nicht von einer Verletzung stammt oder nach 2 Wochen nicht verheilt ist
- Noch am selben Tag, außerhalb der Sprechzeiten über die 116117: eine Rötung, die sich ausbreitet, Fieber, zunehmende Schmerzen oder ein neuer, übler Geruch der Wunde
- Sofort 112: Atemnot oder Brustschmerz, vor allem wenn ein Bein zuvor dick, warm und schmerzhaft war
Bringen Sie den Medikationsplan mit und sagen Sie, ob Diabetes, eine Herzschwäche oder eine frühere Thrombose bekannt sind. Mit Diabetes oder Herzschwäche wägt die Praxis die Kompression besonders ab.
Wie wird ein Ulcus cruris zu Hause versorgt?
- Wundverband: Die Praxis legt Auflage und Wechselabstand fest. Auf die Verordnung gehören Wundart, Lage, Länge, Breite und Tiefe der Wunde sowie das Material. Chronische Wunden werden feucht verbunden; ein Verband bleibt mehrere Tage und wird gewechselt, wenn er sich mit Wundsekret vollgesogen hat, verrutscht oder undicht ist.
- Kompression: Bei einem Ulcus cruris venosum gehört sie zur Behandlung, solange keine Gegenanzeige besteht. Einen Kompressionsverband legt der Pflegedienst einmal täglich an, wenn angepasste Kompressionsstrümpfe aus medizinischen Gründen nicht passen. Strümpfe ziehen Sie morgens an, wenn das Bein am wenigsten geschwollen ist.
- Dokumentation: Bei jedem Wechsel halten wir Größe, Tiefe, Wundrand, Exsudat, Geruch und Schmerzen fest. Wird die Wunde schlechter oder zeigen sich Entzündungszeichen, informieren wir die Praxis noch am selben Tag.
Ist die Wunde zu, entscheidet die Praxis, ob Sie weiter Kompressionsstrümpfe tragen. Wie wir Wunden zu Hause versorgen, steht auf unserer Seite zur Wundversorgung in Berlin. Russischsprachigen Familien helfen die übersetzten Fachbegriffe in unserem Beitrag zum Ulcus cruris auf Russisch.
Wer zahlt die Versorgung zu Hause?
Die Krankenkasse, wenn niemand im Haushalt den Verband oder die Kompression übernehmen kann. Die Praxis verordnet die Wundversorgung einer chronischen Wunde für jeweils bis zu 4 Wochen, danach folgt die nächste Verordnung. Erwachsene zahlen 10 % der Kosten an den ersten 28 Tagen im Kalenderjahr und 10 € je Verordnung. Verbandmaterial kommt auf Rezept; dafür zahlen Sie 10 %, mindestens 5 € und höchstens 10 € je Mittel.
Braucht Ihr Angehöriger dauerhaft Hilfe beim Verbandwechsel, zählt das auch bei der Begutachtung für einen Pflegegrad, im Modul Umgang mit Krankheit und Therapie. Eine erste Einschätzung gibt unser Pflegegrad-Rechner.
Häufige Fragen
Was bedeutet „cruris“?
„Cruris“ ist Latein und heißt „des Unterschenkels“. Ulcus cruris bedeutet Geschwür am Unterschenkel, im Volksmund offenes Bein.
Was ist ein Ulcus cruris venosum?
Ein offenes Bein, das durch kranke Venen entsteht, zum Beispiel durch Krampfadern oder nach einer Thrombose. Zur Behandlung gehört neben dem Wundverband eine Kompression, wenn nichts dagegen spricht.
Wie oft kommt der Pflegedienst beim offenen Bein?
So oft, wie die Praxis verordnet: für den Kompressionsverband einmal täglich, für den Wundverband im verordneten Wechselabstand. Beides lässt sich in einem Besuch verbinden.
So helfen wir Ihnen weiter
Ihr Angehöriger hat ein offenes Bein, und der Verbandwechsel zu Hause wird zu viel? Rufen Sie uns an unter 030 64828209 oder nutzen Sie das Formular auf sonnenstrahlen-pflege.de. Wir stimmen uns mit der Arztpraxis ab, beraten auf Deutsch, Englisch und Russisch und melden uns noch am selben Werktag.
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